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Der Sinn des Lebens ist natürlich das Erblühen

December 4, 2015

Ich bin die Saat und Tao ist die Frucht. Ich kann in Tao hineinwachsen, und nur wenn ich zum Tao werde, habe ich meine Erfüllung gefunden. Dann ereignet sich das Erblühen, denn die Blüte ist der Sinn des Lebens.
Also suche ich, forsche und tappe im Dunklen herum. Der Lichtschalter ist nicht weit weg, wenn ich nur weitertaste, werde ich ihn finden. Auch wenn ich zu Beginn ein paar mal stolpere, mache ich mir deswegen keine Sorgen. Selbst wenn ich immer wieder in Sackgassen lande, ist das ganz normal. Ich habe keine Angst, Fehler zu machen, denn wachsen kann ich nur, wenn ich es riskiere, Fehler zu machen, denn nur aus Fehlern kann ich lernen und Lernen bedeutet Wachstum. Die Frucht von Fehlern ist der Lernprozeß.

Liebe in ihrem spirituellen Erblühen macht keine Unterschiede mehr. Wahre Liebe liebt um des Liebens willen. Ich bin einfach voll LIebe, die ich immerzu teile.

November 6, 2015

Ich muss mich wieder trauen, zu zweifeln, wirklich zu leben, aus dem Herzen heraus zu sein. Mir wird immer ganz übel, wenn ich so kleine, zugeschnittene Bonsaibäumchen sehe. Es macht mich traurig, einen großen, freien Baum so beschnitten und in eine rigide Form gezwängt zu sehen. Aber genau das passiert mit mir. Genauso sind meine Eltern vergewaltigt worden, genauso haben sie mich vergewaltigt. Als junger Mensch bin ich beschnitten und geformt worden. Aber jetzt bin ich es selbst, der die Schere ansetzt und mein eigenes Wachstum beschneidet. Ich werfe Schere und Draht weg und sprenge mein enges Töpfchen, dann wird aus dem Bonsai wieder ein echter, großer, wilder und freier Baum!
Ich habe Angst davor, zu sagen: Ich weiß es nicht, Angst, keine Rechtfertigung für meinen eigenen Blödsinn mehr zu finden. Aber es ist leider Fakt: Ich bin dumm! Ich weiß, dass ich mich selbst verloren habe und nur noch eine dumme, unfreie, nachplappernde, funktionierende und angepasste Marionette bin. Ich weiß tief drinnen, dass ich mein Leben auf Sand gebaut habe. Warum auch nicht, denke ich mir, solange keiner zu rütteln und zu graben anfängt, lebt es sich im Treibsand doch ganz gut. Und wer hat mir schon versprochen, dass das Leben Freude und Lust ist? Und außerdem habe ich mir doch so viele tolle Sicherheitsnetze aufgebaut, die mich vorm Versinken schützen. Und das alles, weil ich aufgehört habe, zu denken und zu fühlen, Dinge selbst zu erfahren; weil ich mein Fühlen, meine Herzenssehnsucht, meine Talente, meine Weisheit und Einzigartigkeit verraten habe; weil ich verlernt habe zu zweifeln; weil ich gelernt habe, alle Brocken, die mir hingeworfen werden, schön brav zu fressen – egal ob von der Kirche, dem Staat, den Meinungsführern und Autoritäten, der Esoterik, der Wirtschaft, den Medien, den Schulen und Universitäten. Weil ich etwas sein wollte, statt einfach zu sein. Und weil ich jetzt nicht mehr den Mut habe, alles loszulassen, was ich mir in dieser Scheinwelt so hart erarbeitet habe und was mir Sicherheit, Identität und Anerkennung gibt; weil ich nicht mehr den Mut habe, an meinem Leben, Denken und Glauben zu zweifeln; weil ich nicht mehr den Mut habe, dieses Haus auf Sand zum Einsturz zu bringen; weil ich mich nicht traue, frei zu sein.
Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein. Es wird Zeit, meinen bequemen, warmen Pelz abzustreifen und aus der Herde auszubrechen!!!
Wenn ich mich verändere, verändert sich die ganze Welt. Ich denke nicht darüber nach, wie ich im Außen etwas verändern kann, wie ich die anderen zum Umdenken und zum besseren Handeln bewegen kann oder gar sie retten kann. Ich kümmere mich um mich und um mein Leben! Damit habe ich genug zu tun und nur so kann sich im Großen etwas verändern. Ich werde zum Leuchtturm – und viele kleine Leuchttürme werden zum großen Licht, an dem sich andere orientieren können, wenn sie es möchten. Ich unterschätze meine Macht nicht. Ich kreiere meine Welt. Alle Macht, die ich habe, beschränkt sich auf mich selbst. Dies ist die einzige, aber eine unbeschreiblich große Macht! Und meine Macht beschränkt sich auch auf das Hier und Jetzt. Ich lebe weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft. Ich bin einfach das, was ich mir wünsche – jetzt! Ich kümmere mich nicht um äußere Strukturen und die Gesellschaft. Ich erobere mir meine Freiheit zurück und lebe.
Freiheit ist das oberste Lebensprinzip. Aber mit Freiheit kann ich nur umgehen, wenn ich klar sehen kann, wenn ich wirklich innerlich frei bin von allem – von Glauben, von Moralvorstellungen, von Konzepten von Richtig und Falsch, von der Zugehörigkeit zu einer spirituellen oder politischen Gruppe, einer Nationalität oder Rasse, von Gegenständen und Krücken, von der Vergangenheit und der Zukunft.
Ich zweifle an allem, was mir richtig scheint, an allem, was ich tue und zu wissen glaube, an allem, was ich zu sein scheine, an allem, was ich sehe und höre. Ich zweifle so lange, bis ich an einen Punkt komme, wo nichts mehr ist, wo ich mich an nichts mehr klammern kann. Dann bekomme ich eine Ahnung von meinem wahren Selbst, dann erst werde ich langsam immer freier. Wer bin ich, wenn es keinen Gott gibt, wer bin ich, wenn es keine Regeln und Vorschriften mehr gibt, wer bin ich ohne meinen Besitz und meine Diplome, wer bin ich, wenn es keine Engel, keine Chakren, keine früheren Inkarnationen gibt, wer bin ich ohne meine anerzogene Moral, Gebote und Wertvorstellungen, wer bin ich, wenn es keine Etiketten und Schubladen mehr gibt, wer bin ich ohne all das vermeintliche Wissen über die Welt, das man mir eingetrichtert hat, wer bin ich, wenn man mir meinen Namen, mein schönes Gesicht und meinen Körper nimmt, wer bin ich, wenn ich von meinem Partner, meinen Eltern oder Kollegen nicht mehr geliebt werde. Wer bin ich, wenn nichts mehr ist, was mich und meine Welt definiert und ausmacht? Ich habe den Mut, meine ganze Welt zum Einsturz zu bringen. Sie ist sowieso nichts als eine Scheinwelt. Ich falle in ein tiefes Loch, in eine tiefe Depression, aber nur indem ich mich verliere, kann ich mich wirklich finden.
Frei kann ich nur werden, wenn ich mich von allem frei mache, besonders von dem, was mir am meisten Sicherheit bietet. Ich werfe mein angelesenes Wissen weg, es ist nichts wert! Ich werfe meinen Gott weg, der mir Sicherheit, Trost, Führung und Sinn gibt. Glaube ist das Gegenteil von Taoismus. Taoismus ist ein anderes Wort für Freiheit. Den Weg des Tao zu gehen, heißt, sich nach und nach von allem frei zu machen und alle Sicherheiten, alles Wissen, allen Glauben, alle Konzepte und alle Hilfsmittel loszulassen. Ich soll weniger werden, nicht mehr! Ich soll freier werden, nicht noch unfreier!

Wer möchte den Energiefluss konstant halten? Dieselbe Entität, die will, dass der Energiefluss konstant bleibt, ist der Grund dafür, dass der Energiefluss nicht konstant ist.

September 28, 2015

Im sechsten Jahrhundert vor Christus begann Lao-Tse sein klassisches Werk, das Tao Te King, mit dieser Warnung: “Das Tao, über das gesprochen werden kann, ist nicht das Tao.” In frühen chinesischen Schriften wird das Tao als ein Verständnis des Lebens dargestellt, das die individuelle Harmonie mit den Kräften der Natur betont. Diese Energie arbeitet unabhängig von jedem Glauben oder wissenschaftlichen Konzept. Sie ist mit keiner religiösen Praxis verbunden, die im Lauf der Zeit um sie entstanden ist. Sie ist eine subtile, aber nachweisbare Lebensenergie; das “Chi”, das durch den Körper in bestimmten Mustern fließt. Dieses “Chi”, wie es in China genannt wird, oder “Ki” bei den Japanern, kannten die Taoisten und seine Geheimnisse waren alle Jahrhunderte hindurch für jene erreichbar, die bereit waren, viel Zeit auf die vorgeschriebenen Übungen aufzuwenden. Diese Einschränkung war immer der Grund, warum es nur für jene erreichbar war, die bereit waren, täglich viele Stunden, viele Jahre zu üben, damit sie den Fluss verändern konnten und der Körper diese Energie aktiv nutzen konnte.
Die alltäglichen Anwendungen von Chi/Ki im Alltag sind nahezu unbegrenzt. Es ist der wichtigste Baustein der Transformation. Wenn ein Mensch die Zirkulation der heilenden Energie im Griff hat, entwickelt sich alles andere viel schneller. Das Öffnen dieses Energiekanals ist wie das Erlangen der Werkzeuge für alle anderen Dinge. Ohne den Fluss des Chi/Ki wird es der Mensch schwer haben, in höhere Bereiche anderer Disziplinen vorzustoßen. Man kann Jahre damit verbringen oder sogar ein ganzes Leben, um mit weniger direkten Methoden dasselbe Ergebnis zu erreichen. Ein Mensch kann aber auch hunderte Bücher in dutzenden Sprachen studieren, ohne jemals dabei zu lernen, wie er zur vielbesungenen Heilkraft des Tao erwachen kann. Da gibt es jene, die tausende Bücher studiert und die mündlichen Lehren – die auf dieselbe Weise von Geheimnissen umhüllt sind wie die mittelalterliche Alchemie in Europa verborgen war – empfangen haben und trotzdem immer noch nicht die Meisterschaft über diese Energie und die Kraft, diese zu lenken, erreicht haben. Heutzutage wissen viele Menschen nicht, dass es eine Methode gibt, diese Chi/Ki Energie zu erwecken und zu nutzen – durch “Initiation”. Das ist, wie wenn man ein Auto mit einer Batterie startet, und nicht mit einer Handkurbel!
Dieses Geheimnis ist die ‘Sprache’ des Körpers. Der Körper existiert durch die Wirkung eines elektromagnetischen Musters, das auf einer anderen dimensionalen Stufe existiert.Diese Muster werden in den anderen Dimensionen als Symbole ausgedrückt. Es ist eine eigenständige Sprache, die Sprache des Kosmos, die im Körper durch das Axiom “wie oben, so unten” ausgedrückt wird. Ohne Sprache kann man keine Wörter formulieren, keine Sätze und keine Absätze; man kann auch keine einfachen oder komplexen Ideen entwickeln. Diese Symbole fördern Wissen und verändern durch dieses Wissen die Energie. Sie sind unerlässliche Leitungen zwischen unserer Realität und höheren Realitäten.

Weil ich ein Mensch werden will und keine Maschine, löse ich mich von meinen Eltern. Und ich muss gut hinschauen. Das ist mühsame Arbeit, das geht nicht von heute auf morgen.

September 14, 2015
Für den unwissenden Menschen geht Liebe immer einher mit Haß, sie ist nicht vom Haß zu trennen. Für das unwissende Denken sind Haß und Liebe nur die zwei Seiten ein und derselben Medaille. Für das unwissende Denken ist Liebe nie absolut. Und genau darin steckt das Elend der Liebe –  der Haß vergiftet sie. Ich liebe einen Menschen, hasse aber denselben Menschen auch. Nur tue ich beides nicht gleichzeitig, also merke ich es gar nicht. Wenn ich einen Menschen liebe, vergesse ich die Haß-Seite; sie verkriecht sich, verzieht sich ins Unbewußte und wartet dort ab. Und wenn meine Liebe ermattet, fällt sie ins Unbewußte, und die Haß-Seite kommt hoch. Dann hasse ich den selben Menschen. Und während ich ihn hasse, bin ich mir gar nicht bewußt, daß ich ihn auch liebe, jetzt ist die Liebe tief ins Unbewußte abgetaucht. So geht es weiter, genau wie mit Tag und Nacht. So dreht es sich immer im Kreis, bis zur Übelkeit. Ich kann tun, was ich will – das Gegenteil ist nie fern. Meine Liebe ist eine Art Unwohlsein. Das Unwohlsein rührt vom Haß her. Meine Liebe ist eine Beziehung. Wenn ich einen Menschen liebe, ist meine Liebe ein Tun, dann tue ich etwas, benehme mich auf eine bestimmte Weise, gehe eine Beziehung ein, „schlage eine Brücke”. Wenn meine Geliebte nicht bei mir ist, verschwindet die Liebe, ist der Duft nicht da. Sie ist etwas Aktives für mich, ist nicht einfach nur mein Sein. Ich muss etwas unternehmen, um sie zum Vorschein zu bringen. Ich werde ermüden, weil es etwas ist, das ich tue. Wenn ich vierundzwanzig Stunden mit meiner Partnerin zusammen bin, wird ich sie bald satt haben, weil es einfach zuviel Aufmerksamkeit ist. Jedes Tun rund um die Uhr wird mir zuviel.
Ich existiere zwischen Widersprüchen; daher all meine Anspannung, meine Qual, meine Angst. Ich bin nicht eins; ich bin immer zwei. Ich bin eine Vielheit, zersplittert in lauter Fragmente, und zwischen diesen Fragmenten herrscht Bürgerkrieg. Mein Dasein ist eine Dauerspannung. Spannung entsteht zwischen zwei entgegengesetzten Polen und Entspannung liegt genau dazwischen – dort, wo die gegensätzlichen Pole einander nicht mehr bekriegen. Sie heben einander auf – und Transzendenz geschieht.
Im Nicht-Denken verschwindet diese Dichotomie, dieser Dualismus. In allem – nicht nur in Bezug auf Liebe – wird das ganze Leben eins. Dann ist keine Dichotomie mehr da, existiert das Gegenteil gar nicht mehr. Da ist nur noch Liebe, wahre Liebe.
Wahre Liebe ist tiefe Entspannung. Wahre Liebe ist vollkommenes Wohlbefinden. Das Denken hat keinen Anteil daran. Somit handelt es sich bei wahrer Liebe um eine andere Qualität. Wahre Liebe kann nicht heiß sein. Sie ist keine Leidenschaft, sondern Mitgefühl. Sie ist nicht heiß, sondern kühl, ihr fehlt jegliche Hitze. Sie ist nicht wie die Sonne, sie ist wie der Mond. Sie löst keine Leidenschaft aus. Wahre Liebe ist keine Beziehung. Wahre Liebe ist ein Seinszustand. Wahre Liebe ist einfach ein Sein – ich bin einfach nur so, wie ich bin. Wahre Liebe ist wie eine Blume im Garten – ich gehe vorbei und ihr Duft erreicht mich. Nicht daß mir die Blume den Duft speziell herüberschickt … als noch niemand vorbeikam, war der Duft auch schon da. Und wäre nie jemand je vorbeigekommen, wäre der Duft dennoch da.
Und weil wahre Liebe ein Zustand ist, ist es nie eine Anspannung. Es ist ein Da-Sein; es ist genau so, wie wenn ich atme.


Der Religion fehlt eine ganz fundamentale Qualität: Der Sinn für Humor. Das ist sehr bedauerlich, denn das hat die Religion krank gemacht.

August 27, 2015

Ich suche immer nach Bestätigung durch andere, weil ich mir meiner selbst nicht sicher bin.Ich bin so sozialisiert worden, dass die Unsicherheit mir zur zweiten Natur geworden ist. Wenn jemand, der Autorität, Macht oder Ansehen besitzt, mich bestätigt, fühle ich mich sicher. Dann weiß ich, dass ich richtig bin. Ich bin nicht in der Lage, allein etwas zu entscheiden, weil ich von frühester Kindheit an alles, was ich auf eigene Faust unternommen habe, als falsch verurteilte und mich dafür bestrafte. Dieses Kind ist immer noch in mir lebendig, nur mein Körper ist erwachsen geworden. Doch mein Denken hängt immer noch irgendwo in der Kindheit fest und sucht nach Bestätigung.Irgendwann muss ich damit aufhören. An dem Tag, an dem ich damit aufhöre, beginne ich zu wachsen. Wenn ich nicht damit aufhöre, bleibe ich ein Kind, bis ich sterbe. Dann kann ich hundert Jahre alt werden und bleibe doch kindisch. Selbst im Sterben werde ich noch nach Bestätigung suchen. Im Augenblick des Todes, wenn der Tod naht, wird sofort der Priester geholt und der gibt mir großartige Ratschläge für das zukünftige Leben. Man erlaubt mir nicht mal, in Freiheit zu sterben. Man hat mir nicht erlaubt, mein Leben in Freiheit zu leben, wie könnte man mir da erlauben, in Freiheit zu sterben?Und eigentlich wäre es mir lieber, wenn ich nicht in Freiheit sterben müsste, denn ich weiß ja nicht … jetzt trete ich in eine unbekannte Dimension ein. Ich brauche jemanden, der Bescheid weiß, der mir Mut machen kann, der mir sagt: »Mach dir keine Sorgen, nur der Körper stirbt. Deine Seele lebt weiter.« Ich kann nicht in Freiheit sterben.Freiheit stellt sich als Begleiterscheinung von Meditation ein.Sobald ich mein inneres Sein zu erkennen beginne, gelange ich zur Einsicht, was zu tun ist und was nicht. Und das kommt von meiner eigenen inneren Stimme, die nur in der Stille vernommen wird. Dann fange ich zum ersten Mal an, mich in Freiheit zu bewegen und in Freiheit zu leben.Solange ich noch Sklave des Kollektivs bin – und insbesondere ein psychologischer Sklave – kenne ich nicht diese Freude, kenne ich nicht diesen Segen. Dann suche ich immer nur nach Bestätigung.Es kann aber niemand die Quelle der Bestätigung für mich sein, noch kann irgendeine Schrift die Quelle der Bestätigung sein. Ich will auf meine eigene innere Stimme hören und danach leben.

Durch Laufen werde ich authentisch, so authentisch, wie Tiere es sind.

August 22, 2015

Selbst Spiegelbilder sind schön, denn sie sind der Abglanz der absoluten Schönheit. Die Welt ist ebenfalls schön, denn sie ist ein Spiegel des Tao. Ich nenne die Welt also nicht häßlich! Wie kann das Spiegelbild häßlich sein, wo es doch das Göttliche spiegelt? Die also, die die Welt häßlich nennen und ihr den Rücken kehren, sind absolut im Irrtum. Denn wenn ich diese Welt ablehne, lehne ich innerlich auch meinen Schöpfer ab. Aber ich wende mich nicht ab! Das Gesicht einer Frau ist schön, denn es spiegelt etwas. Das Gesicht eines Mannes ist schön, der Körper ist schön, denn sie spiegeln etwas. Die Bäume sind schön, die Vögel sind schön, denn sie spiegeln etwas. Das Spiegelbild ist so schön — was soll ich erst über das Original schreiben? Ich bin also nicht gegen die Welt. Ich liebe die Welt so sehr, ich liebe das Spiegelbild so sehr, daß ich das Original sehen möchte. Ich liebe dieses Spiegelbild so sehr, daß ein Wunsch entsteht, das Original zu sehen, den vollen Mond am Himmel zu sehen. Ich verlasse dieses Spiegelbild nicht, weil ich dagegen bin, ich verlasse dieses Spiegelbild nur, weil ich nach dem suche, was sich in ihm widerspiegelt. Ich bin nicht gegen die Liebe; meine Andacht ist nicht gegen die Liebe. Ich habe solche Schönheit in der Liebe erfahren, daß ich jetzt tiefer gehen möchte. Andacht ist die tiefste Form der Liebe. Ich habe im Spiegelbild so viel erkannt und es ist so schön, so duftend, eine solche Musik ist darin, daß jetzt ein Verlangen entstanden ist, den Ursprung kennenzulernen. Und wenn das Spiegelbild so harmonisch ist, was für eine Harmonie muß da in der ursprünglichen Quelle sein! Ich bin niemals gegen irgendetwas. Ich bin für etwas, aber nie gegen etwas. Ich bin für Tao, aber nie gegen die Welt, denn schließlich gehört die Welt zu Tao. Wenn ich mein Gesicht in einem Spiegel sehe, und es ist schön, sollte ich dann gegen den Spiegel sein? Wirklich, ich sollte dankbar sein, daß er mich gespiegelt hat. Ich will mich aber nicht an den Spiegel halten; ich will mich auf die Suche nach mir machen, der ich im Spiegel zu sehen war. Ich werde den Spiegel verlassen müssen, aber nicht, weil ich gegen ihn bin. Ich werde mein Gesicht vom Spiegel wegwenden, nicht, weil ich gegen ihn bin. Ich werde ihm dankbar sein, weil er etwas gespiegelt hat, das so schön war, daß ich jetzt hingehen und die ursprüngliche Quelle finden muß!
Es gibt immer einen auslösenden Punkt, an dem das Alte verschwindet und das Neue beginnt, wo ich wiedergeboren werde. Und das ist ein inneres Phänomen — innen ist es das gleiche: alles wird durch die Bewußtheit gesehen — Nicht-Denken ist ein Spiegel.

Taoismus — der Weg für Menschen, die sich nicht anstrengen wollen

August 16, 2015
Im Herbst des Jahres 1977 kreuzte der Taoismus meinen Weg, um mir zu erzählen, dass es sich bei allem, worin ich bis dahin glaubte, schlichtweg um eine Filmgeschichte handelt. Dass die Erde nicht flach, sondern rund ist, das wusste ich bereits. Aber dass kein Unterschied besteht zwischen dem, was ich bis dahin für mich selbst und den Rest der Welt gehalten hatte, das war neu für mich.
Die „Person“ ist nur eine Vorstellung und ich kann meine Angst, meine Schuldgefühle und die ewigen Zweifel getrost fallen lassen. Ein gewagtes Thema, das ziemlichen Widerstand aufkommen läßt. Denn Verstehen ist etwas absolut Natürliches. Ich brauche dafür eigentlich nichts zu tun. Mehr noch: Alles, was ich probiere dafür zu tun, hält mich gerade in der Gefangenschaft der Vorstellung, dass es so etwas wie den Macher wirklich gibt.
Der Taoismus hat bei mir einen Knoten zum Platzen gebracht. Infolgedessen stehe ich viel leichter im Leben. Entspannt im Hier und Jetzt sein kann ich auch. Deswegen höre ich jetzt auf zu schreiben, was aber eigentlich durch das, was gerade jetzt dafür sorgt, dass du diesen Blogeintrag auch lesen kannst, geschrieben wurde…Bewusstsein….

Geht das den ganzen Heimweg lang so weiter?

August 10, 2015

Einsicht genügt völlig, aber wie gelange ich zur Einsicht? Die Einsicht wird von Unrat verdeckt. Der Diamant ist zwar vorhanden, aber er verbirgt sich unter Abfall und Schmutz. Der Schmutz muß aus dem Weg geräumt werden, erst dann kommt der Diamant zum Vorschein. Wenn ich direkt zur Einsicht gelangen könnte, wäre die Sache sehr einfach, dann könnte ich jederzeit glückselig werden. Aber ich bestehe aus unzähligen Schichten der Unterdrückung. Ich habe meine Angst unterdrückt, ich habe meine Wut unterdrückt. Ich habe meine Liebe unterdrückt, ich habe meine Sexualität unterdrückt — ich habe meine Gefühle unterdrückt. Die Einsicht ist vorhanden, aber was ich unterdrückt habe, muß erst Schicht um Schicht losgelassen werden. Das gibt mir noch keine direkte Einsicht, sondern räumt nur die Hindernisse aus dem Weg, so daß ich an meine Ein- sicht herankommen kann. Die Einsicht ist schon vorhanden, sie wohnt jedem Menschen inne. In- tuition, Instinkt, Intelligenz sind eingebaut, angeboren, aber dicke Staubschichten haben sich auf diesen Fähigkeiten angesammelt. Der Rosenstrauch ist schon vorhanden, aber er wird völlig vom Unkraut überwuchert. Dieses Unkraut muß entwurzelt werden, mit großer Geschicklichkeit und Sachkenntnis, denn es besteht die Gefahr, daß ich den Rosenstrauch dabei mitherausreiße. Und es gibt eine Menge Unkraut, aber nur einen Rosenstrauch. Ich muss also herausfinden, was Unkraut ist und was die Rosen sind. Die Rosen muß ich beschützen und das Unkraut muß ich entfernen. Und diese Arbeit muß mit größter Sorgfalt erledigt werden, denn die Wurzeln des Unkrauts sind mit den Wurzeln der Rosen verflochten. Wenn ich nicht äußerst vorsichtig ist, kann es sein, daß die Rose ebenfalls zerstört wird. Die Fähigkeit zur Einsicht ist schon vorhanden, muß aber erst freigelegt werden.

That Art Thou

April 13, 2014

Meeting is possible only if you are true, because only two true persons meet. Yes, there is no other way to meet anybody.

I can make philosophy more substantial, more alive, not just a dead past but a living present.

February 18, 2014
Reaction is dominated by the other person. He insults me: I get angry, and then I act out of anger. This is reaction. I am not an independent person; anybody can pull me this way or that way. I am easily affected; I can be blackmailed emotionally.
Reaction is an emotional blackmail.
I was not angry. The man insulted me, and his insult created anger; now out of anger comes my action.
Response is out of freedom.
It is not dependent on the other person.