Archive for August, 2008

taoistische und tibetische Heilgymnastik

August 16, 2008

:DD Die Sprache der Gesten hat die Funktion eines lebenden Buches und fügt sich nahtlos ein in die zenspezifische Tradition des Verzichts auf schriftlich fixiertes Wissen. Die Leitidee ist „Ki“, Energie, auch im Sinne von Lebensenergie als Grundlage. Also beruhen alle Gesten auf „Kihon“, der Energiegrundlage. In der taoistischen und tibetischen Heilgymnastik werden Armbewegungen praktiziert, die mit der Tiefenatmung harmonieren und sich gegenseitig verstärken, wobei die Ausatmung unter Spannung von Rumpf- und Armmuskulatur begleitet wird. Die harmonische Aufwärts- und Kreisbewegung stellt einen stilisierten Sonnenaufgang dar, orientierendes Zeichen des fernen Ostens schlechthin. Schließlich lässt sich jede Gesamtbewegung im Sinne einer repräsentativ-spirituellen Symbolik als Darstellung eines Erleuchtungsvorgangs deuten. Die Aufwärtsbewegung der Hände, die Werkzeuge des Be-greifens, tritt in den Aufmerksamkeitsradius der Augen, die Werkzeuge der Erkenntnis. Der konzentrierte Blick folgt dem Weg der leeren Hände nach oben. Das plötzliche Auseinanderreißen der Hände gibt den Blick frei auf die Weite des Himmels. Die Augen, konzentriert auf das Dreieck der Hände fokussiert, sind plötzlich mit der Unendlichkeit des Alls konfrontiert, die Wiederzusammenführung der Hände stellt dessen umfassende Einheit dar. Die Aufwärtsbewegung der Hände geht von der Erde zum Himmel und in einem alles integrierenden Kreis wieder zur Erde zurück. Als Wesen zwischen Erde und Himmel ist es nach altchinesischer Anschauung die Gabe und Aufgabe des Menschen in seiner Geist-Erkenntnis die große Verbindung herzustellen. Mit beiden Beinen erdverwurzelt, von der Aufwärtsbewegung der Hände ergriffen, verbindet sich sein erkennender Blick mit dem Himmel und lässt ihn die Erleuchtungserfahrung des All-Einen machen, wie es die symbolische Zahl Drei der altchinesischen Weltbetrachtung ausdrückt: Drei Große gibt es im Raum: Himmel, Erde und Mensch. Bei Laotse liest man dazu: „Das Tao erzeugt die Eins. Die Eins erzeugt die Zwei. Die Zwei erzeugt die Drei. Die Drei erzeugt alle Dinge.“ (Tao Te King, 42).

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