Archive for September, 2015

Wer möchte den Energiefluss konstant halten? Dieselbe Entität, die will, dass der Energiefluss konstant bleibt, ist der Grund dafür, dass der Energiefluss nicht konstant ist.

September 28, 2015

Im sechsten Jahrhundert vor Christus begann Lao-Tse sein klassisches Werk, das Tao Te King, mit dieser Warnung: “Das Tao, über das gesprochen werden kann, ist nicht das Tao.” In frühen chinesischen Schriften wird das Tao als ein Verständnis des Lebens dargestellt, das die individuelle Harmonie mit den Kräften der Natur betont. Diese Energie arbeitet unabhängig von jedem Glauben oder wissenschaftlichen Konzept. Sie ist mit keiner religiösen Praxis verbunden, die im Lauf der Zeit um sie entstanden ist. Sie ist eine subtile, aber nachweisbare Lebensenergie; das “Chi”, das durch den Körper in bestimmten Mustern fließt. Dieses “Chi”, wie es in China genannt wird, oder “Ki” bei den Japanern, kannten die Taoisten und seine Geheimnisse waren alle Jahrhunderte hindurch für jene erreichbar, die bereit waren, viel Zeit auf die vorgeschriebenen Übungen aufzuwenden. Diese Einschränkung war immer der Grund, warum es nur für jene erreichbar war, die bereit waren, täglich viele Stunden, viele Jahre zu üben, damit sie den Fluss verändern konnten und der Körper diese Energie aktiv nutzen konnte.
Die alltäglichen Anwendungen von Chi/Ki im Alltag sind nahezu unbegrenzt. Es ist der wichtigste Baustein der Transformation. Wenn ein Mensch die Zirkulation der heilenden Energie im Griff hat, entwickelt sich alles andere viel schneller. Das Öffnen dieses Energiekanals ist wie das Erlangen der Werkzeuge für alle anderen Dinge. Ohne den Fluss des Chi/Ki wird es der Mensch schwer haben, in höhere Bereiche anderer Disziplinen vorzustoßen. Man kann Jahre damit verbringen oder sogar ein ganzes Leben, um mit weniger direkten Methoden dasselbe Ergebnis zu erreichen. Ein Mensch kann aber auch hunderte Bücher in dutzenden Sprachen studieren, ohne jemals dabei zu lernen, wie er zur vielbesungenen Heilkraft des Tao erwachen kann. Da gibt es jene, die tausende Bücher studiert und die mündlichen Lehren – die auf dieselbe Weise von Geheimnissen umhüllt sind wie die mittelalterliche Alchemie in Europa verborgen war – empfangen haben und trotzdem immer noch nicht die Meisterschaft über diese Energie und die Kraft, diese zu lenken, erreicht haben. Heutzutage wissen viele Menschen nicht, dass es eine Methode gibt, diese Chi/Ki Energie zu erwecken und zu nutzen – durch “Initiation”. Das ist, wie wenn man ein Auto mit einer Batterie startet, und nicht mit einer Handkurbel!
Dieses Geheimnis ist die ‘Sprache’ des Körpers. Der Körper existiert durch die Wirkung eines elektromagnetischen Musters, das auf einer anderen dimensionalen Stufe existiert.Diese Muster werden in den anderen Dimensionen als Symbole ausgedrückt. Es ist eine eigenständige Sprache, die Sprache des Kosmos, die im Körper durch das Axiom “wie oben, so unten” ausgedrückt wird. Ohne Sprache kann man keine Wörter formulieren, keine Sätze und keine Absätze; man kann auch keine einfachen oder komplexen Ideen entwickeln. Diese Symbole fördern Wissen und verändern durch dieses Wissen die Energie. Sie sind unerlässliche Leitungen zwischen unserer Realität und höheren Realitäten.

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Die Existenz schickt mich immer wieder zurück bis ich die Prüfung bestanden habe, bis ich verstanden habe. Dann löst sich mein Wesen in das Ganze auf.

September 25, 2015

Niemand kann mich erlösen, denn ich habe keine Sünde begangen. Ich brauche nicht erlöst zu werden.
Ich habe auch kein Interesse an einer idealen Gesellschaft. Ich gebe diesen Traum auf! Er hat der Welt furchtbare Alpträume beschert. Auf der politischen Ebene lässt sich nichts mehr verändern. Die Politik ist tot. Und wenn ich wählen gehe, ob rechts oder links, dann tue ich es ohne Illusionen.
Ich gebe die Vorstellung auf, dass mir irgendein System die Erlösung bringen könnte. Kein System kann die Erlösung sein – weder der Kommunismus noch der Faschismus noch der Kapitalismus. Keine Gesellschaftsform kann mich erlösen und keine Gesellschaftsform kann ideal sein. Und es gibt auch keinen Erlöser. Ich lasse all diese unsinnigen Ideen von Schuld und Sünde, die man mir eingeredet hat, fallen.
Ich stecke meine ganze Energie ins Feiern. Dann bin ich bereits mein Ideal, hier und jetzt, und muss es nicht erst werden.
Die Ideologien haben ihre Wahrheit eingebüßt und eigentlich hatten sie nie eine Wahrheit. Sie haben ihre ganze Überzeugungskraft eingebüßt. Nur einige wenige Gemüter glauben noch ernsthaft daran, dass man gesellschaftliche Modelle festlegen und durch soziale Veränderungen eine Utopie gesellschaftlicher Harmonie verwirklichen könne.
Wir leben im Zeitalter totaler Freiheit. Wir sind erwachsen geworden.
Die Menschheit ist den Kinderschuhen entwachsen, sie ist reifer geworden. Wir leben in einer sokratischen Periode: Die Menschen stellen heute all die wichtigen Fragen des Lebens.
Ich hänge mich nicht an irgendein Ideal, ich sehe mich nicht nach irgendeiner Perfektion. Ich verzichte auf alle Ideale und lebe einfach im Hier und Jetzt.

Weil ich ein Mensch werden will und keine Maschine, löse ich mich von meinen Eltern. Und ich muss gut hinschauen. Das ist mühsame Arbeit, das geht nicht von heute auf morgen.

September 14, 2015
Für den unwissenden Menschen geht Liebe immer einher mit Haß, sie ist nicht vom Haß zu trennen. Für das unwissende Denken sind Haß und Liebe nur die zwei Seiten ein und derselben Medaille. Für das unwissende Denken ist Liebe nie absolut. Und genau darin steckt das Elend der Liebe –  der Haß vergiftet sie. Ich liebe einen Menschen, hasse aber denselben Menschen auch. Nur tue ich beides nicht gleichzeitig, also merke ich es gar nicht. Wenn ich einen Menschen liebe, vergesse ich die Haß-Seite; sie verkriecht sich, verzieht sich ins Unbewußte und wartet dort ab. Und wenn meine Liebe ermattet, fällt sie ins Unbewußte, und die Haß-Seite kommt hoch. Dann hasse ich den selben Menschen. Und während ich ihn hasse, bin ich mir gar nicht bewußt, daß ich ihn auch liebe, jetzt ist die Liebe tief ins Unbewußte abgetaucht. So geht es weiter, genau wie mit Tag und Nacht. So dreht es sich immer im Kreis, bis zur Übelkeit. Ich kann tun, was ich will – das Gegenteil ist nie fern. Meine Liebe ist eine Art Unwohlsein. Das Unwohlsein rührt vom Haß her. Meine Liebe ist eine Beziehung. Wenn ich einen Menschen liebe, ist meine Liebe ein Tun, dann tue ich etwas, benehme mich auf eine bestimmte Weise, gehe eine Beziehung ein, „schlage eine Brücke”. Wenn meine Geliebte nicht bei mir ist, verschwindet die Liebe, ist der Duft nicht da. Sie ist etwas Aktives für mich, ist nicht einfach nur mein Sein. Ich muss etwas unternehmen, um sie zum Vorschein zu bringen. Ich werde ermüden, weil es etwas ist, das ich tue. Wenn ich vierundzwanzig Stunden mit meiner Partnerin zusammen bin, wird ich sie bald satt haben, weil es einfach zuviel Aufmerksamkeit ist. Jedes Tun rund um die Uhr wird mir zuviel.
Ich existiere zwischen Widersprüchen; daher all meine Anspannung, meine Qual, meine Angst. Ich bin nicht eins; ich bin immer zwei. Ich bin eine Vielheit, zersplittert in lauter Fragmente, und zwischen diesen Fragmenten herrscht Bürgerkrieg. Mein Dasein ist eine Dauerspannung. Spannung entsteht zwischen zwei entgegengesetzten Polen und Entspannung liegt genau dazwischen – dort, wo die gegensätzlichen Pole einander nicht mehr bekriegen. Sie heben einander auf – und Transzendenz geschieht.
Im Nicht-Denken verschwindet diese Dichotomie, dieser Dualismus. In allem – nicht nur in Bezug auf Liebe – wird das ganze Leben eins. Dann ist keine Dichotomie mehr da, existiert das Gegenteil gar nicht mehr. Da ist nur noch Liebe, wahre Liebe.
Wahre Liebe ist tiefe Entspannung. Wahre Liebe ist vollkommenes Wohlbefinden. Das Denken hat keinen Anteil daran. Somit handelt es sich bei wahrer Liebe um eine andere Qualität. Wahre Liebe kann nicht heiß sein. Sie ist keine Leidenschaft, sondern Mitgefühl. Sie ist nicht heiß, sondern kühl, ihr fehlt jegliche Hitze. Sie ist nicht wie die Sonne, sie ist wie der Mond. Sie löst keine Leidenschaft aus. Wahre Liebe ist keine Beziehung. Wahre Liebe ist ein Seinszustand. Wahre Liebe ist einfach ein Sein – ich bin einfach nur so, wie ich bin. Wahre Liebe ist wie eine Blume im Garten – ich gehe vorbei und ihr Duft erreicht mich. Nicht daß mir die Blume den Duft speziell herüberschickt … als noch niemand vorbeikam, war der Duft auch schon da. Und wäre nie jemand je vorbeigekommen, wäre der Duft dennoch da.
Und weil wahre Liebe ein Zustand ist, ist es nie eine Anspannung. Es ist ein Da-Sein; es ist genau so, wie wenn ich atme.


All die alten Meditationsmethoden wurden im Osten entwickelt, und so wurde das Denken konditioniert, ein Gleichgewicht beizubehalten im Erfolg und im Mißerfolg.

September 3, 2015

Der Taoismus kann mir helfen, in dieser Welt zu leben – mit mehr Effizienz, mehr Kultur, mehr Liebesfähigkeit -, aber er kann mir auch helfen, in mein Alleinsein einzutauchen und die Welt hinter mir zu lassen. Dann werde ich, selbst während ich in dieser Welt lebe, ständig mit dem Tao in Kontakt sein.Sobald ich zu beidem fähig werde, bin ich bereit, mich in den unendlichen Himmel aufzuschwingen, zu meiner höchsten Bestimmung. Und Therapie kann ihren Teil dazu beitragen.Doch die heutige Psychologie ist noch nicht umfassend genug; sie berührt nur die Peripherie der menschlichen Individualität. Sie bleibt auf das Denken beschränkt. Es ist nicht richtig, sie »Psychologie« zu nennen. Psychologie bedeutet »Wissenschaft von der Seele«, und die gegenwärtige Psychologie ist nicht nur keine Wissenschaft von der Seele, sondern sie leugnet sogar die Existenz der Seele.Aber die Seele zu leugnen, bedeutet, das Bewusstsein zu leugnen, das jenseits des Denkens in uns vorhanden ist… Diese Leugnung ist keine gewöhnliche Verneinung, denn sie spricht dem Menschen seine ganze Würde ab. Sie nimmt ihm sein innerstes Zentrum. Er wird zentrumslos, seelenlos, ein Roboter.Die richtige Bezeichnung für die moderne Psychologie wäre »Robotologie«, denn sie untersucht nur das mechani- sche Verhalten des Menschen und die Mechanik seines Denkens. Ihre Untersuchungen können nicht sehr tief gehen, denn wenn das Denken alles sein soll und es im Leben nicht mehr gibt als das Denken, dann ist es unmöglich, zu einem ungeteilten Ganzen zu werden.
Das Denken fühlt sich nur wohl, wenn es alles in zwei Aspekte teilen kann. Es kann sich kein Licht vorstellen, wenn es nicht im Gegensatz zur Dunkelheit steht; es kann sich Leben nicht vorstellen, wenn es nicht durch den Tod begrenzt wird.